Mit Börschel vor Ort
Gleich drei heikle Punkte standen auf der Tagesordnung des „KölnDialog“-Auftaktes der Porzer SPD mit ihrem Vorsitzenden Ingo Jureck und Ortsvereinsvorsitzendem Christain Joisten. Man hatte sich vor Ort mit den Anwohnern, dem Vorstand des Wahn-Heide-Linder Bürgervereins, Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Wahn, Wahnheide, Lind, Libur und dem SPD-Ratsfraktionsvorsitzenden Martin Börschel zum Thema „Verkehr und Mobilität“ in Lind getroffen. Dabei boten zwei große Stand-Pavillions den vielen Gästen Schutz vor einsetzendem Regen, als Börschel mit wenigen Minuten Verspätung aus dem Düsseldorfer Landtag eintraf.
Fehlende Fortschritte bei der Realisierung der Umgehungsstraße, eine drohende Lkw-Lawine über die Heide Straße und den Linder Mauspfad im Zuge der Altdeponie-Abdichtung Lind sowie anhaltende Unzufriedenheit über die geänderte Buslinienführung 160/162 in Wahnheide/Lind bildeten Reizpunkte, auf die Börschel kundig einging, um dabei auch gleich konstruktive Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Die dringend nötige Umgehungsstraße Libur/Wahn, die sogenannte „L 274n“, sollte in Verlängerung der längst fertig gestellten Umgehungsstraße bereits so gut wie fertig sein. „Die CDU-geführte Landesregierung und ihr Verkehrsminister Wittke sind allerdings über bloße Ankündigungen und leere Versprechungen nicht hinausgekommen“, umschrieb Joisten die unbefriedigende Lage.
Der Sachstand zur Umgehungsstraße wurde laut Börschel im April auf eine SPD-Anfrage im Landtag vom zuständigen Landesverkehrsminister Wittke „mit fehlenden Gutachten“ umschrieben. Immerhin wurde dabei angekündigt, dass es sich um „Restgutachten“ handelt, die zur Umsetzung der längst beschlossenen Verkehrsführung alsbald vorgelegt werden sollen. Hier bleibe die SPD die treibende Kraft, die schnellstmögliche Realisierung voran zu bringen.
Die Lkw-Routenplanung zur Deponie-Abdichtung mit ca. 50.000 Anfahrten über Wahnheide/Lind bzw. 50.000 Abfahrten über das Gewerbegebiet Troisdorf-Spich, Belgische Allee nannte Börschel eine „absurde Debatte“, bei der berechtigte Anwohnerinteressen von vielen Kindern, Eltern und Senioren der Stadtteile Wahn/Wahnheide und Lind gegenüber sehr viel geringeren „Emissionen innerhalb eines reinen Gewerbegebietes“ unangemessen berücksichtigt würden.
Es könne „doch nicht Aufgabe einer Bezirksregierung sein, Verkehrsbelastungen zwischen Köln-Porz und der Nachbargemeinde Troisdorf „rein rechnerisch zu halbieren und unter beiden einfach mal so aufzuteilen“, kritisierte Börschel den CDU-Regierungspräsidenten Lindlahr. Diesem hatte der Bürgerverein „mit Hinweis auf über 6 Ampelpunkte in Wahnheide/Lind gegenüber 1 Ampelpunkt auf Gewerbegebiet jüngst ein Protestschreiben geschickt“, wie Vorsitzender Gellings ergänzte.
„Wenn es unseren Nachbarn aber etwa um messbaren Straßenabrieb oder stärkere Oberflächenverschmutzung geht, muss man vielleicht um Ausgleichszahlungen zum Ersatz der Aufwendungen sprechen, wozu wir jederzeit bereit sind“, so Börschel in seinem Lösungsansatz, den er im dafür zuständigen Regionalrat einbringen werde.
Bei der Frage der von der KVB aus betriebswirtschaftlichen Gründen veränderten Buslinienführung 160/162 mit verlagerter Endhaltestelle in der Nibelungenstraße könne er sich „bei einem aufgrund der demografischen Entwicklung gerechtfertigten, ´angebots-orientierterem´ Ansatz ggf. eine probeweise Rückführung auf die von Ihnen und dem Ortsvereinsvorsitzenden Christian Joisten bereits schriftlich fixierten Vorschläge vorstellen“, so Martin Börschel.
Eine weitere Chance könne sich spätestens im Zuge der Nordanbindung vom S-Bahnhof Wahn abgehend mit erweiterten Anbindungsführungen auch für Wahn, Wahnheide und Lind und Nachbarorten ergeben.
Unter dem Applaus der Gäste – darunter auch der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Hans Peter Bröhl - endete der Regenschauer, und die Sonne trocknete den Platz im Linder Zentrum, wo man noch eine Weile bei kalten Getränken mit Brötchen von Heisters zusammen im Gespräch verbrachte.
Martin Börschel kam schließlich trockenen Fußes pünktlich zur Folge-Veranstaltung mit über 30 „vor Ort“-Terminen im Rahmen der Kampagne KölnDialog, die ihm noch einige Laufereien bringen wird …
