Bauspielplatz Senkelsgraben geschlossen
Die erfolgreiche Spielsaison 2007 des Wahnheider Bauspielplatzes am Senkelsgraben endet mit Ablauf des Oktober, und der Betrieb bleibt während der Winterpause mindestens bis März 2008 geschlossen.
Nach einem Jahr voller Höhepunkte mit abwechslungsreichen Veranstaltungen sowie Kinder- und Familienfesten bei täglich rd. 50 Stammgästen müssen die Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren unter Umständen sogar noch länger warten, bis der Bauspielplatz seine Pforten endlich wieder öffnen kann.
Denn die Wiedereröffnung ist wesentlich davon abhängig, ob es gelingen wird, einen Kanalanschluss herzustellen: Die ehemals städtische Einrichtung wird seit 1994 vom privaten Förderverein geführt, der den zunehmenden Verfall der städtischen Anlage und Bauten beklagt. Die Unterhaltung und Sanierung an „Dach und Fach“ kann alleine aus Mitteln der Mitgliedsbeiträge – mit denen Personal-, Strom-, Wasser-, Verpflegungs- und alle Sachkosten bestritten werden müssen - nicht gewährleistet werden, weshalb sich der Vorstand zu Beginn des Jahres an die Behörden gewandt hatte.
„Hilfeersuchen beim Land blieben allerdings bisher erfolglos, nachdem uns aus Düsseldorf auf Antrag beschieden wurde, dass die Haushaltslage keine Mittel für neue Förderprojekte vorsieht – „auch dann nicht, wenn es sich wie beim Bauspielplatz Senkelsgraben um eine anerkannte Kinder- und Jugendeinrichtung handelt, die unter pädagogischen wie erzieherischen Aspekten vorbildlichen Charakter besitzt“, so der Geschäftsführer des Fördervereins Karl-Heinz Tillmann.
Zu Beginn des Jahres hatte sich der Vereinsvorstand an die Stadt Köln als Eigentümerin gewandt, um mit Jugendamt und Amt für Kinderinteressen nach Lösungen zur Fortführung der für viele Kinder wichtigen Spielstätte in Wahnheide zu suchen. Eine vom Verein veranlasste Inspektion der städtischen Schmutzwassergrube hatte ergeben, dass die Abwasserentsorgung nicht mehr zeitgemäß ist.
„Darauf hin wurde die Stadt von der Unteren Wasserbehörde des Landes formell aufgefordert, ihr Grundstück an die nahe gelegene Kanalisation des Senkelsgrabens anzuschließen“, so Tillmann zur aktuellen Entwicklung. Die von der Stadt geschätzten Anschlusskosten von ca. 30.000 Euro stellen den Verein vor ein schier unlösbares Problem:
Einerseits hat die Stadt in Anerkennung der geleisteten Kinder- und Jugendarbeit ab 2008 einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 10.000 Euro u. a. für die Ganztagsbetreuung und Essensverpflegung insbesondere in den Ferien angekündigt. Mit der Genehmigung durch den Rat wird gerechnet, zumal inzwischen das Haushaltssicherungskonzept mit den strengen Auflagen der Bezirksregierung nicht mehr greifen. Zudem erhielt der Verein eine Bewilligung über 5.000 Euro aus Mitteln zur Förderung “Neuer bürgerschaftlicher Projekte im Sozialbereich”, die beim Sozialamt u.a. für dringende Renovierungsarbeiten und Ersatz eines irreparablen Küchencontainers im August beantragt wurden.
Andererseits fehlen im Budget des Jugendamtes jedoch die Mittel für eine Sanierung und Instandsetzung der Anlage ebenso, wie für den Kanalanschluss, so dass der Förderverein den für die Wiedereröffnung unverzichtbaren Kanalanschluss „in eigener Regie betreiben und realisieren soll“.
„Abgesehen davon, dass wir diese Baukosten überhaupt nicht aufbringen können, ist es völlig unbestritten, dass Grundstück, Aufbauten und die Schmutzwassergrube nicht unserem Förderverein gehören, sondern ausschließlich im Eigentum Stadt Köln stehen, die nach unserem Verständnis somit auch anschlusspflichtig ist“, beschreibt Tillmann das Dilemma am Senkelsgraben.
Der Förderverein hat sich nun im Interesse der vielen Kinder bereit erklärt, ein Tiefbauunternehmen ausfindig zu machen, das den Kanalanschluss möglichst kostengünstig anbietet, um auf der Grundlage genauer Kosten weiter mit der Verwaltung zu verhandeln. Dabei geht es auch um einen Mietvertrag, den die Stadt (Liegenschaftsamt) dem Förderverein ab 2008 erstmals ”zur Weiterführung des Bauspielplatzes” angeboten hat. Dessen Unterzeichnung wollen die Ehrenamtler allerdings „von einer akzeptablen Kostenvereinbarung – auch unter Einbeziehung des Kanalanschlusses - abhängig machen“, so Tillmann weiter.
Kontakt für Hilfsangebote im Internet unter www.bauspielplatz-senkelsgraben.de
